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Thema: Partizipation

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Kurz erklärt

Partizipation bedeutet, dass Menschen ihre Umgebung aktiv mitgestalten, Verantwortung übernehmen und erleben, dass ihre Entscheidungen Wirkung entfalten. Bei Schultoiletten heißt das, dass Schüler*innen, Schulleitungen, pädagogisches Personal, Eltern, Gebäudemanagement und Verwaltung ihre Perspektiven einbringen, sich gegenseitig zuhören und Empathie für die jeweiligen Sichtweisen aufbringen. Gemeinsam werden Ideen entwickelt und ausverhandelt, wie, wann, mit wem und für wen diese umgesetzt werden.

Gerade bei Schultoiletten haben viele Schüler*innen das Gefühl ohnmächtig zu sein. Mit der konkreten Beteiligung an Entscheidungen und das Erleben der Umsetzung erfahren die Schüler*innen Selbstwirksamkeit als entscheidenden Effekt.

Ganz konkret

Schultoiletten sind nicht nur Funktionsräume, sondern auch Orte, an denen sich zeigt, wie Schule mit Bedürfnissen, Verantwortung und Respekt umgeht. Damit die Schüler*innen den Ort als etwas Eigenes annehmen können, den man pfleglich behandelt und den man benutzen kann, ist Partizipation entscheidend. Konkret geht es um die Beteiligung und Mitbestimmung bei Nutzungsvereinbarungen, bei Umgestaltung sowie in der Planung bei Bestandssanierung und Neubau.

Partizipation heißt nicht, dass alle immer alles entscheiden. Sie bedeutet, die verschiedenen Perspektiven zu hören, ernst zu nehmen und transparent mit Entscheidungen umzugehen. Bei Schultoiletten ist die Perspektive der Schüler*innen dabei zentral und sollte mit der Unterstützung von Erwachsenen aktiv eingebracht werden.

Bedeutung für den Schulalltag

Die Schultoilette ist für die Schüler*innen der Ort, der sie am persönlichsten berührt und gleichzeitig von vielen stark abgelehnt wird. Trotzdem wissen die Schüler*innen genau wo es hakt und können oft sehr genau sagen, was sie sich wünschen, wenn sie gefragt werden.

Lehrkräfte und pädagogisches Personal müssen sich damit auseinandersetzen, wie sich der Umgang mit den Schultoiletten auf den Unterricht und das soziale Miteinander auswirken. Schulleitungen und Verwaltung müssen zwischen pädagogischen Zielen, organisatorischen Möglichkeiten und finanziellen Rahmenbedingungen vermitteln. Das Gebäudemanagement

verantwortet einerseits, dass die Schultoiletten funktionieren, muss sich aber andererseits mit dem Verhalten der Schüler*innen auseinandersetzen. Eltern wiederum wünschen sich, dass sich ihre Kinder in der Schule sicher und wohl fühlen. Partizipation bringt diese Perspektiven zusammen und kann verhindern, dass an den tatsächlichen Bedürfnissen und Wünschen vorbeigeplant wird.

Die Schultoilette als Ort für gelebte Demokratie

Schultoiletten sind weit mehr als funktionale Räume. Sie können zu einem Ort für Demokratiebildung werden, etwa wenn Schüler*innen mitentscheiden dürfen bei der Gestaltung, Nutzung oder Planung. Partizipation und Mitbestimmung fördern dabei nicht nur die Identifikation mit der Schule, sondern vermitteln die Erfahrung, dass gemeinschaftliche Räume durch eigenes Handeln gestaltet werden können. Entscheidend ist dafür eine pädagogische Kultur des Vertrauens und Zutrauens: Junge Menschen brauchen die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen, anstatt vor allem kontrolliert zu werden. Wo Schulen Beteiligung ermöglichen, entstehen soziale Kompetenzen, Rücksichtnahme und demokratisches Handeln im Alltag. Wer erlebt, dass die eigene Stimme zählt und Veränderungen möglich sind, entwickelt Vertrauen in gemeinschaftliche Lösungen und ein Verständnis dafür, wie demokratisches Zusammenleben funktioniert.

Gute Beispiele

Beteiligung braucht klare Strukturen, die bestenfalls langfristig verankert werden, sowie verlässliche und transparente Kommunikation.

  • Regelmäßige Umfragen von Schüler*innen zu Nutzung und Bedürfnissen. Umfragen sollten wiederkehrend durchgeführt werden, damit die umgesetzten Ideen immer wieder auf ihre Tauglichkeit und Wirkung geprüft werden können. Die Ergebnisse sollten immer transparent gemacht werden.

TIPP: Die Umfragen werden durch die gewählte Vertretung der Schüler*innen durchgeführt, ausgewertet und transparent gemacht, mit der Unterstützung von Erwachsenen. HIER findet ihr eine Vorlage.

  • Gewählte Schüler*innenvertretungen sowie Klassensprecher*innen leiten und koordinieren Aktivitäten, mit der Unterstützung durch Erwachsene.

  • Teams, AGs, Komitees oder Projektgruppen werden gegründet und langfristig so verankert, dass neu an die Schule kommende Personen integriert, werden können.

  1. Umfrage: Nutzung und Bedarf

    Eine Vorlage für eine Umfrage zu den Schultoiletten – fragt nach den Nutzungsgewohnheiten und Bedarfen der Schüler*innen.
    Mehr erfahren
    Material: Vorlage Umfrage Grafik

Worauf sollte geachtet werden?

  • Alle Stimmen sollten gehört und ernst genommen werden.

  • Die Beteiligung sollte immer freiwillig sein.

  • Es sollte ein Erwartungsabgleich stattfinden.

  • Alle Entscheidungen werden nachvollziehbar erklärt.

  • Alle Rückmeldungen werden ernst genommen, auch wenn nicht alles umsetzbar ist.

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